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Dienstag, 30. April 2013

Indignu - Odyssea (2013)

Ganz und gar nichts "unwürdiges" an einem Meisterwerk.
Den April möchte ich mit einer portugiesischen Band abschließen, die in ihren Kreisen keine unbekannte Größe mehr ist. Hierzulande dürfte der Name „Indignu“ bis dato noch nicht allzu oft gefallen sein. Indignu ist Latein und bedeutet „unwürdig“ – was ihrem Stil aus experimentalem Post-Rock schon mal gar nicht einschließt. Ihr neues Album „Odyssea“ ist ein Paradebeispiel für einen konsistenten Klang in einer perfekten, aufeinander abgestimmten Atmosphäre. Ein ganz besonderes Konzeptalbum, was die Jungs aus Barcelos da herausgebracht haben.

Odyssea ist eine audiovisuelle Reise zu längst vergangenen Tagen in der Geschichte – sofern man sich darauf einlassen mag. Daher ist es auch nicht einfach, das Album zu beschreiben, trotzdem darf man sich auf Facetten aus dem Post-Rock freuen, welche sehr gekonnt mit klassischen Instrumenten verwebt werden, mit einem leicht mittelalterlichen, regionalen Flair. So kommen Violine, Cello und das Klavier zu ihrem gebürtigen Einsatz. Trotzdem dominiert der Post-Rock und wird sehr stetig immer im Vordergrund gerückt. Mit sehr dynamischen Aspekten kombiniert, die mal sehr träumerisch, dann wieder aufwühlend aggressiv agieren.

Daher sollte man sich von den ersten Tönen nicht abschrecken lassen, ein regelrechtes Feuerwerk brennen daher Indignu mit „Capítulo II - caravela na ponta dos dedos“ ab, die Eröffnung ist ein mitreißendes Erlebnis. Und selbst „Capítulo IV - Santa Helena“ sticht durch seinen instrumentalen Stimmungswechsel sehr heraus. Klaviersonaten, atmosphärische Synthiespiele und brachiale Gitarren bilden ein homogenes Gefüge aus Emotion und Akustik. Erlebt man im Genre viel zu selten, wie man leider zugeben muss, aber hier berauschend in Szene gesetzt.

Man kann Odyssea nicht in irgendeine Schublade abschieben, dafür ist das Album eine hochkomplexe Angelegenheit, mit einem eigenen Charme, der bezaubert. Wie angedeutet, eine Reise durch Zeit und Fantasie, die man selbst erleben muss. Auf Bandcamp darf man das komplette Album per Stream anhören, inklusive Kaufoption (10 Euro).



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